Speicherstadt Kaffeerösterei
Zu Besuch hinter den Kulissen

25. Oktober 2020

In einem der imposanten Lagerhäuser der Speicherstadt, direkt neben dem touristischen Publikumsmagnet, dem Miniatur-Wunderland, befindet sich die Speicherstadt Kafferösterei. Diese hat neben dem hauseigenen Café ihren Platz in dem Speicherboden von 1888 gefunden. Auf der Rückseite fahren die Barkassen das Fleet entlang und am Haupteingang direkt auf der gegenüberliegenden Seite erwartet uns Maxie. Sie arbeitet dort im Marketing und wird uns durch die Speicherstadt Kaffeerösterei führen sowie unsere Fragen beantworten. Und wir haben einige davon mitgebracht. Wir freuen uns!

Zuerst geht es über den Eingang, vorbei an der neuen Espressobar. Diese öffnet bereits eine Stunde vor der Rösterei, jeden Tag um 9 Uhr, und dort bekommt man neben Kaffeespezialitäten to-go auch feine, frisch belegte Bagels, Croissants und Kuchen. Trotz der Corona-Beschränkungen fühlen wir uns dort gleich sehr wohl. Die Espressobar ist sehr geschmackvoll eingerichtet und unser Blick fällt direkt in den Innenbereich des Cafés auf den imposanten Trommelröster. Uns weht der feine Duft von frisch geröstetem Kaffee um die Nase — herrlich.

Die frisch gerösteten Kaffebohnen aus dem Trommelröster kühlen ab.Die frisch gerösteten Kaffebohnen aus dem Trommelröster kühlen ab.

Der Innenbereich beherbergt das Café, die Rösterei und den Shop, der Fabrikladen genannt wird. In der Mitte des Raumes mit seinen wunderschönen Eichenholzdielen stehen zwei Trommelröster. Der eine imposant und einer kleinen Dampflok gleichend nebst einem kleineren, der, wie wir erfahren, für die Röstung der feinen und kleinen Mengen der Kaffeeraritäten verwendet wird. Wir huschen gemeinsam mit Maxie über die Absperrung und sind direkt im Geschehen: zwei Männer tragen sichtbar schwere Kaffeesäcke umher, kippen diese in große Trichter, kontrollieren Werte auf Displays, prüfen die Bohnen, nachdem sie aus dem Röster gekippt wurden, um sie anschließend nach kurzem Abkühlen, in Eimer zu füllen. – Es wird durchgehend geröstet—um die tausend Kilo jeden Tag. Es ist nicht nur beeindruckend, wie viel Kaffee produziert, sondern auch, wie dadurch eine wundervolle Atmosphäre für das Café geschaffen wird. Wir erfreuen uns am Anblick dieser Kunst, den beeindruckenden Arbeitsabläufen und der imposanten Maschinerie. Für einige Minuten können wir nicht anders und folgen gebannt der Szenerie.

Die abgekühlten Kaffeebohnen werden abgefüllt.Die abgekühlten Kaffeebohnen werden abgefüllt.

Auf den weiteren Böden (so werden die Stockwerke in den Gebäuden des UNESCO Weltkulturerbes genannt) dürfen wir einen Blick in die Erweiterung des Cafés werfen. Dort entdecken wir auch eine Abfüllmaschine, die erst seit Kurzem die vielen tausenden Packungen automatisiert befüllt. Auch die Etiketten wurden seit 2006 von Hand geklebt. Erst im letzten Jahr bekamen die vielen fleißigen Hände maschinelle Unterstützung. Gerade in der Weihnachtszeit sind sie und die Kollegen sehr dankbar dafür, erzählt uns Maxie.

Im Lagerraum liegen die Kaffeesäcke mit schönen Stempeldrucken verziert.Im Lagerraum liegen die Kaffeesäcke mit schönen Stempeldrucken verziert.

Im hinteren Bereich des 1. Stocks befindet sich das Lager für die Kaffeebohnen, die dort in blasser Farbe und in knapp 60kg schweren, groben Jutesäcken darauf warten, in den Trichter des Trommelrösters befördert zu werden. Imposant und mit tollen Drucken liegen sie dort; die Atmosphäre des Kaffeelagers hat etwas bezauberndes. Zu früher Zeit wurden in der ganzen Speicherstadt die Waren wie Kaffee, Gewürze, Teppiche und vieles mehr mit Barkassen über die Fleete in die Speicher transportiert. Heutzutage gibt es im Hafen ein großes Lager, in das von den vielen entlegenen Orten dieser Welt der Kaffee mit Containerschiffen angeliefert wird. Dort wird zuerst die Qualität des Kaffees begutachtet, bevor die Kaffeesäcke ihren Weg in die Speicherstadt finden.

Die rohen Kaffeebohnen sehen vor der Röstung sehr blass aus.Die rohen Kaffeebohnen sehen vor der Röstung sehr blass aus.

Auf den weiteren zwei Böden dürfen wir noch einen kurzen Blick in die Büroräume und das Kaffeelabor werfen. Dort stehen allerlei Gerätschaften für das Proberösten, Verkosten und Beurteilen von Kaffeebohnen. Hier wird nichts dem Zufall überlassen und die Kaffeebohnen auf ihre Qualität und Defekte hin überprüft. Und ganz begeistert lernen wir von Maxie, an welchen Merkmalen die bekanntesten Bohnensorten: Robusta und Arabica, bestimmt werden können. Wenn die Längsfurche der Kaffeebohne, auch Naht genannt, eine geschwungene S-Linie zeigt, handelt es sich um eine Arabica-Bohne. Sehr interessant, wie wir finden.

Wieder im Erdgeschoss angekommen, bestaunen wir die im Fabrikladen imposante Auswahl der Kaffeesorten. Ein Farbsystem unterstützt einen bei der Orientierung und schnell lernen wir die 5 Farben, die neben der Röstung auch den Charakter der Bohnen beschreiben. Besonders neugierig sind wir, was es mit dem Orang-Utan-Projekt auf sich hat, das uns auf einigen Kaffeepackungen begegnet ist. Wir erfahren begeistert von Maxie, dass es sich um ein Projekt handelt, das zum einen den Regenwald schützenden Anbau von Kaffee fördert und zum anderen direkt eine Auffangstation für Orang-Utans in Indondesien unterstützt. Kaffee trinken für einen guten Zweck. Aber nicht nur das, denn wir erfahren erstaunt, dass die die Kaffeebäume umgebenden Pflanzen den Geschmack unter anderem mit beeinflussen. Das wollen wir nicht glauben. Also eigentlich schon, denn Maxie beantwortet sehr geduldig unsere Fragen und wir unterhalten uns angeregt. Aber wir sind der Meinung, dieser Behauptung sollten wir auf den Grund gehen und dürfen den Kaffee auch noch probieren.

Der Orang-Utan Espresso schmeckt uns ganz vorzüglich.Der Orang-Utan Espresso schmeckt uns ganz vorzüglich.

Sehr genüsslich probieren wir den Orang-Utan Kaffee als Espresso. Wir lassen unseren Rundgang durch die Rösterei bei ein paar abschließenden Fragen ausklingen. Da unser Interesse seit Längerem auch dem koffeinfreien Kaffee gilt, freuen wir uns nicht nur zu hören, dass auch die Kaffeerösterei einen im Angebot hat, wir lernen sogar von Maxie mehr über die Herstellungsart. In Bremen wird von einem Partnerunternehmen der koffeinfreie Kaffee im CO2-Verfahren hergestellt.

Abschließend bleibt uns nur noch, Maxie ganz herzlich zu danken, denn wir haben die Führung sehr genossen und wieder so einiges über die faszinierende Welt des Kaffees lernen dürfen. Neben einem Besuch in der Speicherstadt oder in der Filiale in Eppendorf, den wir Euch nur sehr ans Herz legen können, könnt ihr Eure Lieblingssorten nun auch seit Neuestem im Onlinestore direkt nach Hause bestellen. Und wer schon weiß, dass er dort spätestens nach Corona mal auf einen Kaffee vorbeischauen möchte, dem empfehlen wir einen Gutschein zu kaufen. Bei PayNowEatLater könnt ihr die Speicherstadt Kaffeerösterei unterstützen und euren Teil dazu beitragen, dass auch nach dieser schwierigen Zeit der frisch geröstete und duftende Kaffee dort auf Euch wartet. – Und wer lieber 50€ gewinnen möchte, um sie dort einzulösen, dem sei unser Gewinnspiel ans Herz gelegt: Schreibt uns per Mail, auf Instagram oder Twitter euer ganz persönliches Weltuntergang Café, um teilzunehmen. Der Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2020 und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Anmerkung: Neben der kostenlosen Führung haben wir eine Auswahl an Kaffeesorten zur Verkostung erhalten. Darüber hinaus wurde dieser Blogpost nicht monetär vergütet.




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